|
Nach Ludwigshafen brannten in Herne, Wuppertal, Gelsenkirchen, Marburg und in weiteren Städten Deutschlands mehrere Häuser. In dieser Woche kam es weiterhin zu Brandanschlägen, in denen türkische Familien wohnten. Es ist nur ein großer Zufall und Glück, dass bei den Bränden nach Ludwigshafen niemand ums Leben kam. Während die Ermittlungen in Ludwigshafen noch
gar nicht begonnen hatten, wurde schon lauthals von manchen Politikern verkündet: “Es gibt keinen ausländerfeindlichen Hintergrund.”
Die Ursache für den Brand in Ludwigshafen ist seit fast einem Monat immer noch unklar, wobei man bei einigen Bränden definitiv von rassistisch motivierten Tätern ausgehen kann. Denn in Marburg wurden zuerst rassistische Sprüche auf das Haus gesprüht und später wurde das Haus in
Brand gesteckt und dabei wurden Parolen wie „Ausländer Raus“ gerufen.
Die Brände haben sich seit Ludwigshafen gehäuft und dauern an. Der rassistische Wahlkampf Roland Kochs und die vermehrten rassistischen Übergriffe der Nazis gegen Immigranten geben uns ein Grund zum Besorgnis. Viele türkische Migranten sind seit den letzten Bränden beunruhigt.
Viele fragen sich, wessen Haus als nächstes drankommt. Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Fälle, in denen von offizieller Seite bewusst rassistische Gewalt heruntergespielt und verharmlost oder gar geleugnet wurde, wie in Lübeck.
Die Migranten haben weder Solingen noch Mölln, noch andere Städte vergessen in denen Häuser von Nazis in Brand gesteckt wurden und Menschen getötet wurden.
Wir wollen niemanden etwas unterstellen, doch wir haben kein Verständnis für die tatenlosigkeit der Behörden und finden keine plausible Erklärung für die Serie der Brände. Die Bilder in Ludwigshafen erinnern uns an Solingen.
Es ist die Aufgabe jedes Menschen sich gegen den Rassismus zu stellenund diese zu verurteilen.
Rassismus ist sowohl ein Problem der hier lebenden türkischen Migranten, als auch der deutschen Bevölkerung. Nur gemeinsam kann der Rassismus besiegt werden.
Bis wann wollen noch die PolitikerInnen ihre Augen vor den Bränden schliessen und sich den Tatsachen entziehen.
Wir fordern eine sofortige Aufklärung aller Brandursachen, sowie die Zurückziehung aller rassistischen Gesetze, die einen Nährboden für die rassistischen Übergriffe schaffen.
Weiterhin fordern wir sofortige Ermittlungen und die Verurteilung der Verantwortlichen.
Nein zum Rassismus!
Schluss mit den rassistischen Übergriffen!
Anatolische Föderation e.V
15-03-2008 |